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Die Polarisationsmikroskopie
an kunsthistorisch wichtigen Pigmenten und Fasern, gehört zu
einem der wichtigsten Bereiche in der Ausbildung zum Restaurator.
Dies beruht vor allem auf der Tatsache, dass sehr viele Komponenten,
wie z.B. anorganische Pigmente, Fasern etc., einen kristallinen
Aufbau haben und somit bei der Durchstrahlung mit Licht unterschiedliche
optische Eigenschaften zeigen. Durch die Verbindung von polarisationsmikroskopischen
und mikrochemischen Untersuchungsmethoden kann der grösste
Teil, der für uns relevanten Farbmaterialien, qualitativ analytisch
bestimmt werden.
Erst im 16.
Jahrhundert waren beispielsweise Brillen häufig im Gebrauch.
Später erst kamen Lupen und Fadenzähler aus der Textilindustrie
hinzu. Das erste Mikroskop wird den holländischen Brüdern
JANNSEN um 1590 zugeschrieben. Es gibt viele Pioniere der Mikroskopie
im 17. und 18. Jahrhundert aber der Beginn der wissenschaftlichen
Mikroskopie an Gemälden geht auf das 19. Jahrhundert zurück.
Der Wiener Professor F.v. HÖHNEL publizierte 1905 sein Standardwerk
'Mikroskopie der technisch verwendeten Faserstoffe'. M.v. PETTENKOFER
und L. RADKOFER nahmen erste mikroskopische Untersuchungen (1863)
zu schadenanalytischen Schwerpunkten an Gemälden auf. Sie koppelten
ihre mikroskopischen Untersuchungen mit mikrochemischen Methoden.
Die erste systematische Arbeit stammt aber von E. RAEHLMANN, der
in seinem Buch 'Über die Farbstoffe der Malerei' (1914) erstmals
auch über Erfahrungen mit der Polarisationsmikroskopie berichtet.
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